krasse sache

April 17, 2016

wir sind umgezogen, und am ersten abend im neuen bett hab ich zwei mal gehustet. am nächsten tag bin ich krank nach hause gekommen, hatte binnen weniger stunden fieber und schüttelfrost und nun sind zwei wochen vergangen und ich fühle mich wieder halbwegs wie ich selbst (und huste noch immer).

 

was soll das denn, bitte?

so.

März 29, 2016

wir sind ja nicht nur zum spaß hier, wie man vielleicht vermuten könnte, ob der berichte der letzten wochen, sondern wir sind eigentlich hier, weil die lustige frau schwer arbeiten muss. die schwere dieser arbeit lässt sich schwer messen, denn sie ist nicht unbedingt sichtbar produktiv, bzw noch nicht sichtbar. aber, soviel sei gesagt, heute war deadline (aus interkultureller sicht interessant, weil eigentlich wäre deadline am donnerstag gewesen, dass aber das produkt per post (!!!!) geschickt werden muss, und daher heute schon abgegeben werden muss, kam erst am sonntag raus und dass die deadline für die abgabe heute dann noch mal lustig eine dreiviertelstunde nach vorne verlegt wurde, unter gleichzeitige auflage einer weiteren aufgabe – und dass dann die tracking nummber des paketes verrät, dass die abgabe ruhig noch ne stunde später hätte stattfinden können – geschenkt) und damit ist die arbeit erstmal vorbei.

nach relativ wenig schlaf (sie erheblich weniger als ich) sind wir dann zu mittag schön essen gegangen und danach am strand gelandet, wo wir sehr eindrücklich durchgeplanten familienurlaub beobachten konnten, in dem ein sehr kleines kind hysterisch schreiend nach vermehrten klapsen und anbrüllen durch erwachsene und geschwister doch endlich auf der oma eingeschlafen ist, das nächstgrößere kind am strand hin und her rannte und den drachen nicht in die luft bekam (wind kam auch aus der anderen richtung, und dass sie den arm lieber runtermachen sollte, hat auch nicht gestimmt, aber gut), zwei weitere kinder in der surfschule mehr oder weniger missmutig mitmachten und dann kind nr. 2 noch hausaufgaben am strand machen sollte – erwähnte ich, dass es eine deutsche familie war? (aber man bekommt so viel zurück), und wo wir gute drei stunden aufs wasser kucken konnten. sehr schön, wirklich.

 

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vorsicht

März 28, 2016

ich bin fast ein bisschen…ja..wie sagt man das…von innerer zerrissenheit und gleichzeitigem stolz geprägt versucht vielleicht zu sagen, dass heute ein guter kurstag war. ein tag, an dem viel gelacht wurde (und gesungen. vergangenheitsformen in der einfachen verbkategorie zur melodie von bruder jakob). ein tag, an dem gescherzt und gespielt wurde. ein tag, an dem geplaudert wurde. ein tag, an dem wir darüber sprachen, wie wahnsinnig schwierig dieses ständige dekodieren ist. wie dumm wir uns fühlen und wie frustriert. und welche herausforderung das ist. ein tag, an dem sich wieder gezeigt hat, dass es schon ordentliche unterschiede zwischen den einzelnen gibt, aber dass jeder etwas dazu lernen kann.

und das bei der lehrkraft, die ich eigentlich für nicht so kompetent halte (und die heute schon wieder etwas gesagt hat, was grammatisch inkorrekt ist. aber gut.).

i hope, i didn’t jinx it now.

erste woche rum

März 27, 2016

heute war der beginn der zweiten woche. in der vergangenen woche hatten wir vier tage hintereinander unterricht, weil am wochenende purim war, und da war quasi brückentag. zu purim hab ich später noch mehr zu sagen.

wie gesagt, dadurch, dass es zwei lehrkräfte für den kurs gibt, teilt es sich wirklich ein bisschen auf, wie man lernen kann. ich finde das ganz gut, aber ich merke auch an vielen stellen, dass sprachunterricht für erwachsene echt ein hartes brot ist. berufsbedingt kenne ich mich ja ein bisschen mit dem europäischen referenzrahmen für sprachen aus, und dieser wird auch von dem hier angewandten lehrwerk verfolgt. und bisher habe ich eigentlich noch nicht darüber nachgedacht, dass es schon in der anfängerstufe bereiche geben könnte, die für erwachsene ein bisschen mehr anstrengung brauchen als für jugendliche, kinder oder vielleicht auch junge erwachsene. so geht es recht früh darum, verben zu nutzen, mit denen man wünsche ausdrücken kann. das macht man dann am besten am bespielsatz: was wünschst du dir in deinem leben?

tja. da kam ich mir schon mal ziemlich alt vor. ich griff dann zum allheilmittel weltfrieden, denn ich wünsche mir keinen anderen, tolleren beruf (ich find meinen total toll), ich wünsch mir keine weitere familie (was ich hab reicht völlig, vielen dank), ich wünsche mir auch eigentlich nicht sehr viel mehr geld, denn das, was ich habe reicht augenscheinlich. und so bleibt dann halt der weltfrieden (im englischunterricht kann man dann noch schön pronunciation machen und den unterschied zwischen world peace und whirrled peas erklären, aber das nur nebenbei). dem pensionierten franzosen mir gegenüber fallen dann noch andere dinge ein, aber ich fühle mich langsam in einem alter angekommen, in dem ich mir gesundheit wünsche. und dann fühl ich mich erst recht alt.

dann ist sprachunterricht auch immer kreativ. heute zb ging es um vokabeln um gesicht und körper herum (alle wörter sind weiblich, bis auf die für brüste. go figure). und was soll man da machen? sich selbst malen. super. als hausaufgabenessay gab es schon – beschreib dein verhältnis zu kunst und malen.

äh. ja. kann ich nicht. weiß ich aber und bin ich ok mit? das füllt keine seite. also ein wenig herumfabulieren (mit eingeschränktem vokabular und past tense nur in den einfachen verbformen) und hoffen, dass wenigstens keine fehler drin sind.

auf dem rad habe ich dann überlegt, ob ich vielleicht einfach nicht kreativ bin. (im kurs übrigens sonst so: angehende visual arts major und zwei marketingtussis) das ist aber nicht so. zum einen habe ich in den letzten paar jahren immer mal wieder festgestellt, dass ich durchaus ein deko-händchen habe. außerdem bin ich durchaus kreativ wenn es um meinen job geht. ich finde mit sehr guter spürnase das, was als kreative lösung bekannt ist, und bin dafür sogar bekannt in der firma. das isses also nicht. es scheint die feinmotorik zu sein, die mich verlässt, wenn ich einen stift in der hand habe.

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(dies war unser frühstückstisch gestern. wenn die person mal dabei gewesen wäre – die hätte mich bestimmt gut kurz malen können und ich hätte dann die vokabeln eingefügt).

dann isses auch so, dass mir das lesen immernoch große probleme bereitet. gestern habe ich drüber nachgedacht, dass es sicherlich große unterschiede zwischen den lesestrategien in dieser sprache und zb im deutschen geben muss, und dass man das sicher mit eye tracking hervorragend untersuchen könnte. hier hängt teilweise grundlegende aussprache am folgewort, sei es, dass das aktuelle wort durch vorsilben (präpositionen) verändert ist oder dass das folgewort das akkusativobjekt ist und deshalb das aktuelle wort kein pronomen sondern eine kasusmarkierung ist. fortgeschrittene wissen dann, dass dieses beispiel nicht besonders relevant ist, weil die position im satz unterschiedlich ist, aber anfänger wissen das nicht. spannende sache.

dann war heute eine neue mitschülerin im kurs, die noch nie formalen unterricht genossen hat und die sprache so aufgeschnappt hat. und die ein beeindruckendes beispiel für einen lernertyp ist, der einfach (und das meine ich wirklich so) in der lage ist, etwas zu hören und es dann zu können. während ich dinge aufschreiben muss (deshalb steht bei mir alles in allen möglichen sprachen und in allen möglichen richtungen im heft) um sie mir zu merken (und sie dann aber meistens auch nach dem ersten aufschreiben kann), muss sie wirklich nur einmal hören und kann es wiederholen. das gelingt mir nicht. beeindruckend. (und ich weigere mich, das aufs alter zu schieben!)

ja, und ansonsten – ansonsten sind wir dann jetzt fast einen monat hier und viele dinge fühlen sich wirklich sehr heimisch an. die fahrradstationen sind noch immer ein steter quell der freude, das radfahren selbst wird immer flüssiger (auch wenn ich letzte woche dann erleben durfte, was toter winkel beim lastwagen bedeutet – meine güte, das war etwas knapp – und busfahrer radfahrern gegenüber wirklich schmerzfrei sind, und gleichzeitig auf den zentimeter genau zu wissen scheinen, wie groß ihr bus wirklich ist)

spocht läuft auch – was man ja oft vergisst, ist, dass diese stadt auf hügeln gebaut ist (man sagt auch manchmal dünen, aber gut), und dass wir auf einem solchen wohnen. das bedeutet, dass man den auch hochfahren muss. und das ist sehr, sehr anstrengend. dann sind außerdem alle anderen mit so schicken e-bikes unterwegs (das hat hier überhaupt nicht den touch von fahrrad für alte leute wie in deutschland) und ziehen am berg so ganz locker an einem vorbei. das hilft fürs ego nicht. im park, in dem wir joggen, ist dann auch noch so ein hügel (es heißt nicht einfach so slope park) und den laufe ich inzwischen recht locker hoch. da bin ich selbst erstaunt.

dann noch zwei mal am tag diesen hügel hochgeradelt – ich hab hier bald einen ruhepuls von 35, wenn das so weiter geht.

 

am ende der letzten woche habe ich ernsthaft überlegt, den kurs abzubrechen. es sprechen recht gute gründe dafür – ich muss früh aufstehen um um 9 in der sprachschule zu sein (dass sie jetzt wieder die blöde uhr umgestellt haben macht die sache wirklich nicht einfacher. ich bin kein morgenmensch und werde das auch nicht mehr!), ich mache am nachmittag meist so 1,5 bis 2 stunden hausaufgaben (das ginge sicherlich auch mit weniger, aber wenn, dann richtig und ich hab halt diesen ehrgeiz), ich sitze im kurs und verstehe mitunter maximal die hälfte, und das ist zu wenig um etwas zu lernen, denn ich bin zuviel damit beschäftigt zu raten, worum es gerade geht, dann überfordert mich dieses gefühl, so wenig zu verstehen, sehr schnell und diese überforderung dauert im schlechtesten fall 3 stunden. das frustriert und frustriert möchte ich nicht sein. dafür bin ich nicht hier und dafür habe ich keine drei monate frei vom job genommen. ich habe drei monate frei vom job genommen, um was völlig anderes an einem anderen ort zu machen, um mich zu entspannen und auszuruhen und um zur ruhe zu kommen. frustration und unausgeschlafenheit stehen nicht auf diesem blatt.

nach dem dritten tag in der letzten woche habe ich gedacht, tja, das ist dann hat so, einen tag isses gut, und einen tag isses nicht gut. und dann war der vierte tag aber auch nicht gut, und das hat mein system durcheinander gebracht.

ich bin jetzt heute dann doch wieder hingegangen, weil ich halt so bin (wieder so eine fahrraderkenntnis). ich geb nicht so schnell auf. weder mich selbst, noch andere. wenn ich also an einem punkt angelangt bin, an dem ich nichts mehr verstehe und frustriert bin, dann geh ich am nächsten tag wieder hin, weil ich mir selbst eine weitere chance gebe. wenn ich das gefühl habe, ich verstehe zu wenig, weil die lehrkraft mir das nicht gut genug vermitteln kann, dann gehe ich am nächsten tag wieder hin um zu sehen, ob sie es dieses mal besser macht. einen anderen weg findet. merkt, dass ich hinten runterfalle. und ich vermute, so komme ich durch diesen ganzen kurs.

character building.

ok, so geht’s

März 21, 2016

heute dann der zweite tag – es wird viel wiederholt. und ich hatte einen neuen lehrer, und der ist so offensichtlich sprachwissenschaftler, dass es eine freude ist. die wiederholungen sind gut und ich fühle mich nicht mehr ganz so überfordert wie gestern noch. ich würde zwar immer noch nicht sagen, dass das ein spaziergang wird, aber zumindest hab ich heute mehr verstanden und auch selbst mehr gesagt. ich habe auch bemerkt, dass ich mehr auf die details achten muss und dass es eben alles nicht einfach so passiert, sondern dass lernen eine ernste sache ist.

nach dem kurs bin ich dann einen kaffee trinken gegangen – in einem cafe, bei dem ich schon mal sehr nett draußen gesessen habe, wo sie aber einen etwas anstrengenden musikgeschmack haben. schade, denn es passen mein lehrbuch und mein block gleichzeitig auf den tisch!

dann traf ich die lustige frau zum falafelessen. sie hatte heute etwas pech mit den leihrädern und hat irgendwann dann ein taxi nehmen müssen, weil alle leihstationen kaputt waren. das problem daran ist dann, dass man zwar buttons hat um probleme zu melden, dass aber nur diejenigen probleme, die quasi mit einem selbst zu tun haben (ausleihdingsi verloren etc) auf englisch dargestellt werden, wenn es aber um probleme an den rädern oder den stationen geht, dann ist immer alles auf hebräisch. tja. das hilft dann nicht.

es gibt außerdem eine hotlinenummer, die man anrufen kann (und die einem auf englisch präsentiert wird), die aber dann als erstes ein zahlenauswahlmenü ansagt, und zwar auf? rischtisch!! hebräisch.

heute habe ich eine junge frau kennengelernt, die aliyah macht, also sich einbürgern lässt. auf die frage, warum sie das tut, zuckte sie die schultern und sagte, dass das halt jetzt gerade so für sie passt. und dass man den pass ja auch dann zurückgeben kann, wenn man ihn mal hat und nicht mehr will. und dass das dann ja auch ein politisches statement sein kann, dass man halt erst durch den prozess geht, dann den pass bekommt und ihn dann demonstrativ wieder zurück gibt, weil man mit der politik des landes nicht einverstanden ist.

auf dem rückweg nach hause haben wir in einer strandbar halt gemacht und ein glas wein getrunken. es ist heute wieder ziemlich windig und erstaunlich frisch. aber in der sonne und im windschatten geht’s.

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Altaaaaah!!!

März 20, 2016

also, ich hab ja ohnehin schon sehr viel respekt für menschen, die eine fremde sprache lernen, besonders viel respekt habe ich für solche, die deutsch lernen und ich habe auch sehr viel respekt für diejenigen, die das im rahmen eines intensivkurses tun. ich sehe da, berufsbedingt, viele verzweifelte, frustrierte und sehr, sehr müde gesichter. ich versuche immer freundlich zu lächeln und aufmunternde worte zu finden und zu loben, wenn ich deutsch höre und so weiter. wir sprechen auch oft von gebrochenen sprachlernbiografien, wenn zb leute schon einige zeit in deutschland wohnen, vorher vielleicht mal einen kurs besucht haben, und das aber zum größten teil wieder vergessen haben, weil sie in ihrer culture bubble gelandet sind, ihre muttersprache sprechen und deutsch nur beim bäcker und in supermarkt benutzen. dann können sie dinge des alltags regeln, können vielleicht auch gut lesen, aber schreiben zb geht gar nicht. oder lange sätze sprechen. wenn sie dann in einem absoluten anfängerkurs beginnen, kann das alles schön nachgearbeitet werden, aber vermutlich ist das bereits vorhandene sprachniveau eben in bestimmten fertigkeiten schon viel höher als das des kurses. die leute langweilen sich, passen nicht ordentlich auf und verpassen dann auch oft die momenten, in denen sie halt doch aufpassen müssten, weil sie dort halt eine lücke haben. es ist also meist keine gute idee, zu niedrig in einen kurs einzusteigen, weil eben die anforderung zu niedrig ist.

so. das weiß ich also. und deshalb wollte ich auch nicht in den absoluten anfängerkurs, sondern wollte eigentlich noch einen kurs höher, als in den, in dem ich jetzt gelandet bin. aber holla, die waldfee. war ich heute überfahren.

ich verstehe ca 60% dessen, was gesprochen wird. die lehrkraft ist jung und motiviert, die teilnehmenden sind vermutlich mehr oder weniger auf meinem level (der pensionierte franzose mir gegenüber ist vielleicht ein bisschen niedriger als ich..) und ich hatte ein, zwei momente, in denen ich gern gegangen wäre. und ich weiß auch jetzt noch nicht, ob ich meine zeit hier damit verbringen möchte, mich völlig überfordert zu fühlen. völlig überfordert, bordering on verzweifelt. ich möchte schon herausgefordert sein, so ist es nicht. aber konstante überforderung – das weiß ich nicht.

vielleicht ist es aber ja auch nicht konstant und morgen bin ich schon viel besser. wer weiß. (ich verstehe zum beispiel diese ganzen grammatikerklärungen sofort, bzw weiß sie schon. ich kenn auch viele ausnahmen und kann die erklären. aber halt auf englisch oder deutsch)

ich mach jetzt erstmal meine hausaufgaben und dann sehen wir weiter.

leider ist es wieder ein bisschen windig geworden, sonst wäre das jetzt der moment, die örtlichen cocktailbars auszuprobieren oder den netten kellner mit den rastas in der strandbar zu fragen, was genau er meinte, als er fragte, ob ich meine limonade lieber mit alkohol hätte, und ich verneinte.

 

mannmannmann.

yalla! morgen geht’s los

März 19, 2016

morgen ist mein erster kurstag. ich bin wirklich sehr gespannt.

jetzt sitze ich noch auf der dachterrasse und genieße die luft – heute war es sehr schön warm, so langsam geht die sonne unter, es ist etwas diesig und für morgen sind wieder kühlere temperaturen und ein bisschen regen vorhergesagt. jetzt warte ich noch auf den muezzin und gehe dann vielleicht noch eine kleine runde am meer laufen. man merkt ein bisschen, dass gleich der shabbat vorbei ist, es wird immer lauter auf der straße, es sind immer mehr leute unterwegs, die auch vom meer zurückkehren, wo sie vermutlich den tag in der sonne verbracht haben.

wir wohnen in der nähe eine katholischen kirche, und da war heute palmsamstag, also sonntag. die katholiken hier sind vor allem aus afrika und statt palmwedeln hatten sie olivenzweige dabei. unter ihnen lief auf ein kleiner, dicker mönch herum und komplettierte das bild.

nächste woche ist purim. das wird bestimmt auch sehr lustig. es soll einen zombie-walk geben. das ist alles so spannend.

shalom shabbat.

letting go of ze perfektionismus

März 15, 2016

dieser sprachlernprozess ist also sehr gut für mich. ich bin wieder an einem punkt, an dem ich viel sagen möchte, aber nur wenig sagen kann. das bedeutet, dass man sich auf das wesentliche konzentrieren muss (niveau A1 ist ein bisschen wie twitter…) und den rest einfach fallen lässt.

heute kam die frage, ob ich unsere kandesbunzlerin kenne und wie ich die politik finde. tja. und dann antworte mal mit 8 verben und 5 adjektiven at your disposal. alles nicht so leicht.

heute habe ich zwei diktate geschrieben. und ich habe zu meinem großen erstaunen sehr wenig fehler gemacht. ich schreib halt einfach. und wenn was fehlt, dann fehlt halt was. aber der großteil ist tatsächlich richtig.

ich lasse meinen perfektionismus los.

beim radfahren ist es ähnlich. ich glaube inzwischen, dass es für radfahrer keine verkehrsregeln gibt. wenn, dann sind es nur polite suggestions. auf meinem weg zum unterricht fahre ich einen berg hinunter und muss an seinem ende in die mitte eines boulevards, auf den radweg. vor diesem ende ist natürlich eine ampel, alle straßen sind mindestens zweispurig und überall sind autos und fußgänger. und ich fahr da einfach zwischendurch. ich hab da in der letzten woche nicht einmal irgendwo angehalten. irgendwas ist immer rot, aber irgendwas ist auch immer grün. und da fahr ich dann halt.

wenn ich wieder in der heimatstadt bin, werde ich mich sehr daran gewöhnen müssen, auf diese verkehrszeichen zu achten.

adjektive, fragewörter und ich habe ernsthafte phonotactic constraints, und das ist auch gut so!

März 14, 2016

diese sprache ist so anstrengend. so langsam wird meine zeit knapp, aber ich bin trotzdem ganz hoffnungsvoll. gestern hatte ich wieder nachhilfe und ich kann wirklich relativ genau sagen, wann zwei stunden um sind, weil dann bei mir echt das hirn voll ist. und dann kann ich nicht mehr sprechen. dann kann ich keine nomen mehr verwenden (ha! nomen! pillepalle! wenn man mal weiß, ob die männlich oder weiblich sind (das hört man doch!), dann ist das alles kein problem. wenn man sie aber vergisst, weil man sich auf das adjektiv konzentriert, dann wird auch das adjektiv nicht, weil das hirn ja nicht weiß ob es nun männlich oder weiblich oder vielleicht doch eher plural machen muss), dann kann ich keine adjektive mehr bilden und wenn dann entweder zwei konsonanten aufeinander folgen, die nicht aufeinander folgen (sollten!!!) können in meiner sprache (also zwei stops) und dann vielleicht noch zwei vokale da sind (von denen MAXIMAL einer geschrieben wird), dann isses aus. und dann werd ich aber nicht irgendwie… weiß ich nicht, wie werdet ihr, wenn ihr merkt, dass ihr vielleicht müde seid und ne pause braucht? ich werde dann ehrgeizig. leider. denn mein hirn ist ja müde. aber ein anderer teil (vermutlich das ständig meckernde kleinhirn…. kleinhirn an großhirn, kleinhirn an großhirn: soll ich mich auch ballen??? großhirn an kleinhirn: SCHNAUZE!*), der will das dann echt schaffen. echt jetzt. ohne scheiß. das muss doch zu machen sein.

das macht mich so müde. das ist dann echt wie dauerlaufen. nur halt bergauf. bei gegenwind. wenn ich mir vorstelle, dass das dann ab nächster woche statt 2 4 stunden werden, dann weiß ich schon, wohin ich gehe, wenn der unterricht aus ist: direkt ins bett.

heute habe ich hausaufgaben gemacht. unit test der ersten unit und übungen im buch. das dauert gefühlte ewigkeiten und ich ärgere mich irgendwann, weil ich so langsam bin. ich zehre noch immer von den vokabeln, die ich die letzten zwei jahre in deutschland gelernt habe, und das ist wirklich gut und so. und im gespräch bin ich auch gut – ich fange sogar schon an, blöde witze zu machen. aber das lesen dauert ewig. ich schreibe inzwischen auch schon recht flüssig. sicherlich nicht fehlerfrei, weil wer weiß schon, ob da ein vokal hinkommt oder nicht – im zweifelsfall eher nicht. aber das lesen… und das bestimmt halt den größten teil der hausaufgaben.

mannmann. die lustige frau erinnerte mich vorhin beim essen daran, dass ich beim ersten besuch hier in israel mal gesagt habe (oder vielleicht war es auch kurz nach der rückkehr – aber auf jeden fall VOR der ersten stunde hebräisch), dass ich, wenn ich hier mal länger wäre, ja erst einen monat hebräisch lernen könnte und im zweiten monat dann arabisch.

selbstüberschätzung. es ist fast ein bisschen lustig.

nun gut.

gestern war ich außerdem endlich mal wieder laufen. dies ist meine derzeitige laufstrecke:

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wir sind ja im süden der stadt, und dort gibt es einen kleinen park mit einem kleinen rundweg von ca 2,5km. außerdem gibt es einen erwachsenensportspielplatz mit geräten und es gibt 1-2 water fountains, was sehr schön ist. ich muss einen berg hinunter gehen um zum park zu gelangen und dann läuft man ganz schön. es geht ein bisschen bergauf und ein bisschen bergab und eine ganze weile am meer entlang. die bilder habe ich tatsächlich am samstag gemacht, als wir dort spazieren waren. als ich gestern dort lief, hat man fast nichts gesehen, weil es extrem diesig und drückend warm war. das wasser war spiegelglatt und keine welle war nirgends. ich bin eine runde gelaufen (es ist ja auch schon wieder ein paar wochen her; ich hatte zwei erkältungen in der zwischenzeit; ich lauf sonst nie auf asphalt oder beton; es war echt warm; ich lauf nie bergauf oder sowas) und hab mich dann auf den spielplatz gesetzt. das war sehr nett und für meine rücken auch ganz gut mal ein bisschen was zu tun. insgesamt kann ich mich nicht beschweren, dass ich zuwenig bewegung bekommen würde.

ich saß auf einem gerät als der muezzin losrief. und ich muss sagen, wir wohnen hier ja in einem vor allem muslimischen teil der stadt, und hören den muezzin regelmäßig. und es ist immer eigentlich nett, weil man halt weiß, wann die sonne untergeht, oder wann es mittag ist oder wann es echt dunkel ist. wir haben auch schon einen lieblingssänger, der eine sehr schöne tiefe, sonore stimme hat. aber der ist auch ein paar blocks entfernt von uns. als ich nun direkt vor dem minarett saß, da war das ordentlich laut. und wenn man durch amerikanische serien sozialisiert ist, so wie ich, dann kennt man den ruf des muezzins eigentlich nur als untermalung einer dramatischen szene. nunja. also, wenn man direkt davor sitzt, dann ist das echt laut.

zuhause machte ich dann noch eine überraschende entdeckung als ich aus dem fenster kuckte – da war ein pfau auf einem hausdach. schräg gegenüber von uns. erst einer und dann kam noch ein zweiter dazu. leider haben sie natürlich kein rad geschlagen, aber das dingsi auf dem kopf konnte man gut sehen.

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witzige sache.

ich ärgere mich immer mal wieder, dass ich nur das handy dabei habe und nicht die kamera, denn wenn man zb den rothschild boulevard hinunter fährt, kommen einem hier menschen entgegen, das glaubt einem zu hause niemand. und dann wünsche ich mir oft, ich könnte die einfach ansprechen und ein foto von ihnen machen. die haare! die klamotten! die hüte! die schuhe! es ist unglaublich.

und es interessiert keinen menschen, weil hier einfach jeder so ist, wie er sein möchte. und es ist ok. da mag man sagen, was man will über die gesellschaft, über die politik der regierung, über das bild des landes in der welt – diese stadt ist der offenste ort, an dem ich je gelebt habe.

 

 

 

*die älteren unter uns werden sich erinnern

shabbat shalom

März 11, 2016

und zack ist schon wieder freitag und hier ist wochenende. meine erkältung hat sich in der nacht zu gestern verflüchtigt, und ist damit eine sehr kurze (aber heftige) erkältung gewesen. um die dinge nicht langweilig werden zu lassen, schnieft nun die lustige frau wie eine ganz große (die war ja auch gute 10 tage eigentlich gesund). ich hoffe nun, dass das meine erkältung ist, und ich nicht übermorgen auch wieder anfange. es bleibt spannend.

ich war dann inzwischen wieder bei der nachhilfe und spreche nun ganz flüssig über vorlieben und abneigungen zum frühstück und abendessen, kann aufzählen, welche sprachen ich (wirklich) spreche, musste telefonnummern wiederholen, uhrzeiten sagen und verstehen und erfragen, habe herzlich über die überzeichneten charaktere in der listening comprehension gelacht (ein kibbuznik, eine jüdische mama) und habe festgestellt, dass ich dringend ein größeres schreibheft, bzw notebook brauche. das stellt mich vor eine ziemliche aufgabe, denn sowas gibt es irgendwie nicht. es gibt an vielen orten so niedliche, manchmal auch sehr schicke notebooks, aber die haben dann alle 40 seiten. und 40 seiten, ganz ehrlich, da lach ich drüber, wenn ich an meine vokabellisten denke. das wird noch interessant.

das läuft also alles sehr gut und ich habe jetzt schon das gefühl, mehr und besser zu sprechen als ich in den kursen zu hause gesprochen habe. jetzt ist es dann auch so, dass ich am strand sitze und bei gesprächen immer mal wieder ein paar wörter verstehe, manchmal auch den gesamttenor des gesprächs verfolgen kann und es nicht mehr einfach nur white noise ist. ich kann inzwischen auch sehr gut zwischen hebräisch und arabisch unterscheiden, was wir hier ja viel auf der straße hören. sonntag gehts weiter und morgen muss ich echt ein bisschen hausaufgaben machen. ich muss im laufe der kommenden woche noch ne menge machen bevor am sonntag dann der kurs losgeht.

heute waren wir wieder auf dem carmel markt zum einkaufen, weil es dort einfach wirklich die schönsten sachen gibt. und es waren tatsächlich auch alle anderen menschen der stadt da und haben eingekauft. es ist laut, es ist wahnsinnig laut und es ist hektisch aber alle sind sehr sehr nett dabei.

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wir haben challah, artichoken, bohnen, quinoa, erdbeeren , sonnenblumensprossen, radieschen und eine riesenavokado gekauft. dann haben wir unsere freunde zum msbacha-essen getroffen und sind danach noch zum spice-market gefahren, wo wir cumin, coriander und chilli gekauft haben.

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außerdem gab es dort beim saftkönig auch wieder einen granatapfelsaft. alles immer lustig mit den rädern und weil es noch so schön sonnig war, sind wir dann an den strand, und haben in der untergehenden sonne noch ein bierchen getrunken. woran wir uns noch gewöhnen müssen, ist, dass der wind dann doch noch recht kalt ist. in der sonne und im geschützen ist es immer sehr schön warm und wir sind auch beide schon ordentlich braun geworden (ich bin derzeit eher ein bisschen fürst-pückler – ich hab gestern quasi den ganzen tag in der sonne am strand gesessen und hab gelesen), aber wenn dann die sonne untergeht, ist sie nicht mehr besonders stark und der wind ist dann doch empfindlich kalt.

auf dem rückweg nach hause dann noch schnell fisch beim fischmann gegenüber gekauft, der wieder sehr schön fische liegen hatte und uns einen schönen loup de mer verkauft hat. (nicht im bild, sondern im bild ist The King, wie eine frau diesen fisch letzte woche genannt hat. da hat sie ihn gekauft und während er ausgenommen wurde hat sie uns erzählt, was sie damit macht und dass sie ihn für ihre 6 großen kinder immer macht, wenn sie kann)

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vielleicht sollte ich es dann doch noch erwähnen, ich glaube, in den deutschen medien ist es etwas untergegangen, bzw nicht wirklich erwähnt worden. es gab am dienstag hier um die ecke einen terroranschlag. ein junger mann aus der westbank ist vom hafen, der ca 5 minuten von uns entfernt ist, aus mit einem messer auf passanten losgegangen. er ist den weg am meer entlang gerannt und ca bis zum dolphinarium gekommen, von wo er dann zunächst flüchten konnte. er hat auf seinem weg 12 menschen verletzt, von denen einer an seinen verletzungen verstorben ist.

während die anschläge, die hier seit ende des letzten krieges nahezu täglich passieren, und über die nur berichtet wird, wenn es palästinensische frauen sind, die die anschläge verüben und erschossen werden, während sich diese anschläge normalerweise auf jerusalem konzentrieren und sich eigentlich auch immer nur gegen polizei oder militär richten, oder gegen offensichtlich erkennbare jüdische bürgerinnen und bürger (es wurden frauen getötet, die zu hause bei ihren kindern waren – vor deren augen), agierte dieser terrorist eher gießkannenartig. der hat offensichtlich einfach auf alles und jeden eingestochen, der ihm vor’s messer kam. vermutlich fand das statt, weil an diesem tag joe biden in der stadt war und in solchen fällen anschläge natürlich auch eine größere wirkung haben.

hatte dieser auch. gestorben ist ein amerikanischen student. verletzt wurden auch araber, darunter ein palästinenser, der gerade aus ost-jerusalem nach tel aviv gezogen war, weil er der gewalt entgehen wollte (und sonst immer an einem anderen abschnitt zum joggen geht), und ein araber aus jaffa, einem der wenigen orte, an dem das zusammenlesen zwischen juden und arabern sehr gut funktioniert und man in netter nachbarschaft lebt und arbeitet.

unsere freunde hatten schon gesagt, dass jerusalem zurzeit vielleicht nicht der beste ausflugsort sei. ein gesteigertes interesse, dort hin zu fahren, haben wir nun auch nicht, wenn man sich nicht in der vermeintlichen sicherheit wiegen kann, dass nur juden ziele solcher terrorakte werden, sondern wenn jetzt auch touristen getötet werden.

wir fühlen uns in israel eigentlich überall sehr sicher. und das wird sich hier in tel aviv auch jetzt vermutlich nicht ändern. ein mulmiges gefühl bekommt man, und es bleibt auch ein paar tage. auch wenn wenige tage später juden, araber, christen, drusen am strand sitzen, ihre grills dabei haben, und dem sonnenuntergang und wochenende zufeiern.

shabbat shalom


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