Ein Stöckchen, ein Stöckchen!!

Januar 18, 2016

sowas fand ich früher ™ immer total toll, weil ich so viele dinge über mir fremde menschen erfahren konnte. dann isses irgendwie aus der mode gekommen und nur zum jahreswechsel stützt sich jeder auf den stock vom letzten jahr.
nach nur wenig gequengel bei twitter warf dann die bezaubernde frau cucina casalinga folgendes stöckchen zu mir und anderen und ich erfreue mich gar sehr daran (und ich hoffe, mein leser auch). vielen dank!

Wie findest Du Deine Hände?

die findisch jut. es sind, in groben zügen, die hände meines vaters. lange, gerade finger, recht kräftig aber schlank. durch die stete büroarbeit sind sie tatsächlich sehr schlank und vermutlich auch recht ausdauernd. durch das rudern werden die innenseiten stark beansprucht, aber mit steigender kompetenz in der bewegung verlagern sich die schwielen auf die finger – wo sie auch hingehören.
ich schütze die hände gerne. ich habe segelhandschuhe und gut passende gartenhandschuhe (nicht diese one size fits all men handschuhe vorne an der kasse, sondern die aus dem regal mit der schutzkleidung)

Idealer Urlaubsort – im Westen, Osten, Norden oder Süden?

ich komme ja schon aus der gegend, wo andere urlaub machen. seit ich nicht mehr dort wohnen muss, verstehe ich auch, warum die das tun und tu es selbst gern. osten finde ich nicht so spannend, süden wird mir gern zu warm, daher muss eigentlich immer meer dabei sein. ich würde nie freiwillig in den bergen urlaub machen. da müsste man mich schon bezahlen, um das zu tun.

Handtaschen oder Hosentaschen?

ansich gerne hosentasche, aber seit umstellung auf eine etwas größere geldbörse und unerklärlicher verlängerung des iphones eher tasche. dabei auch nicht unbedingt handtasche – ich trage eigentlich immer eine tasche bei mir, handtasche würde ich das nur am wochenende nennen.

Wie sieht Dein idealer Abend nach einem Arbeitstag aus? 

das wechselt. zur zeit bemerke ich, wie ich abends so schnell es geht in jogger oder schlafanzughose und hoody wechsle – das liegt vermutlich daran, dass ich viel wolle oder funktionszeug trage, und dass mir das gefussel abends auf den sack geht. nach dem umziehen verbringe ich den rest des abends mit der lustigen frau auf der couch und lese das internet leer, oder manchmal auch was auf papier.
im sommer bin ich erstaunlich viel draußen, entwedern beim rudern oder laufend im park. auch sitze ich dann lieber auf dem wintergarten als auf der couch, weil dort meist besseres licht zu lesen ist und man irgendwie doch auch draußen ist.
wenn bei den häuslichen aktivitäten ein glas wein daneben steht, bin ich nicht ungehalten.

Hypochonder oder “wird schon alles wieder von selbst weggehen”?

bis jetzt sind die dinge, die von allein gekommen sind, auch von allein wieder gegangen. ich bin mit einer recht kräftigen gesundheit gesegnet und leide unter nichts. bei neuen symptomen kuck ich schon gerne bei dr google nach, aber ich habe auch einen sehr praktisch veranlagten hausarzt, der mich dann herzlich auslacht.

Ehrenurkunde, Siegerurkunde oder nie irgendetwas?

doch, doch, siegerurkunde eigentlich fast immer, ehren glaub ich nicht. viele jahre auch im örtlichen turnverein unter den ersten 5 gewesen, dann irgendwann immer platz 1 weil letzte in der altersgruppe. tja.

Gibt es einen ruhenden Pol in Deinem Leben? 

meine frau und das meer. beide beruhigen mich innerhalb von sekunden nachhaltig.

Stricken, Häkeln oder Nähen?

nix. ein knopf pro jahr und der rest geht zum schneider.

Tanzt Du? Wenn ja, was und wie?

nein. also. nur zum hausgebrauch auf parties und so. ich kann einen recht zackigen feuerwehreinheitsschritt, den man für diskofoxfähige musik nutzen kann. aber mehr nicht.

Können echte Freundschaften über Twitter entstehen? 

ja.

das kann man eigentlich so stehen lassen, denn so isses nun mal. was twitter und überhaupt hier alles sonst auch noch mit mir macht ist, dass es mich mit leiden lässt. ich bin mitunter tagelang traurig, wenn menschen im internet traurig sind. ich sorge mich körperlich um leute, die ich vielleicht noch nie gesehen habe, deren beschreibungen ihrer derzeitigen situation aber so schlimm ist, dass ich am liebsten warme hühnersuppe schicken würde.
ich habe bei meiner hochzeit mehrere leute dabei gehabt, die ich bei twitter kennengelernt habe, denn bei meiner hochzeit sollten diejenigen dabei sein, die ich so sehr mag, dass sie eigentlich meine familie sind. und meine familie kam und feierte ein rauschendes fest mit mir.

Hörst Du nach einem hohen Lottogewinn zu arbeiten auf?

nein, aber ich arbeite vielleicht nicht mehr so viel. ich arbeite gern und ich tu es eigentlich nicht für das geld. ich arbeite auch in einem bereich, wo es einige leute gibt, die eigentlich nicht hier arbeiten müssten, denn entweder haben sie schon genug geld, oder sie könnten einen winzigen schritt zur seite machen und ein vielfaches dessen verdienen, was sie hier verdienen. ich beschreibe meinen arbeitsplatz gerne so, dass ich sage, dass hier eigentlich niemand für das geld arbeitet.
ich könnte mir inzwischen gut vorstellen, nur 75% meiner zeit mit arbeiten zu verbringen. und ein hoher lottogewinn würde mich auch so weit beruhigen, dass ich dass trotz der fixkosten des lebens machen würde.
ich hätte gerne mehr zeit für freunde und familie, für dinge, die mir spaß machen und für das genießen. in den karren fährt mir dieses ständige arbeiten ein bisschen. aber halt nur ein bisschen.

 

so. das wär’s für dieses stöckchen. nun gibt es natürlich noch regeln:

  • Danke der Person, die dich für den Liebster Award nominiert hat, und verlinke den Blog dieser Person in deinem Beitrag.
  • Beantworte die 11 Fragen, die dir der Blogger, der dich nominiert hat, stellt.
  • Stelle eine neue Liste mit 11 Fragen für deine nominierten Blogger zusammen.
  • Schreibe diese Regeln in deinen Artikel zum Liebster Award, damit die Nominierten wissen, was sie tun müssen.
  • Informiere deine nominierten Blogger über die Nominierung und deinen Artikel.

die ersten zwei punkte wären abgehakt, nun kommt der wirklich schwierige, die neuen 11 fragen:

  1. winter oder sommer?
  2. gartenarbeit oder lieber nicht?
  3. glück beim bahnfahren?
  4. wieviele sprachen sprichst du und warum?
  5. krümelesser oder eher ordentlich?
  6. was macht das geräusch von vorbeiziehenden gänsen mit dir?
  7. gibt es die liebe auf den ersten blick? (und hält sowas dann auch?)
  8. wieviele fernbedienungen nutzt du um bewegte bilder auf dem fernseher sehen zu können?
  9. brötchen, semmel oder schrippe (oder ganz was anderes?)?
  10. hafen oder alster?
  11. liebster wochenendablauf?

und ich nominiere frau percanta, herrn giardino, wenn er mag, versuche frau nicwest zu wecken, und würde mich auch über frau serotonic freuen, auch wenn sie vermutlich inzwischen blaue flecken von all den stöckchen bekommen hat.

 

hach, das war schön.

jahresrückblick

Dezember 31, 2015

von neuem. wobei ich dieses jahr wirklich sagen möchte: ICH KOMM ZU NIX! zu nix. echt. unfassbar viel zu tun. aber wenigstens ist das jahresendmantra endlich wirklich durchbrochen. ich kann heute nicht auf dem wintergarten stehen und sagen, krass, jahr vorbei und nix geschafft.

zugenommen oder abgenommen: abgenommen. aber nicht viel. kürzlich habe ich festgestellt, dass ich 10kg schwerer bin als vor 20 jahren. ich finde, das geht und das kann man lassen. schließlich bin ich auch 20 jahre älter.

und dann liegen mir fotos meiner großmutter aus den 1920ern vor, und ich kann rennen und rudern wie ich will, aber die beine gehören in ihrem umfang zur grundausstattung.IMG_4252.jpg

haare länger oder kürzer: gleich.

kurzsichtiger oder weitsichtiger: gleich. sehe immer noch wie ein adler.

erkrankungen dieses jahr: rechtzeitig zum weihnachtsurlaub krasse erkältung. dann am tag nach dem sommerurlaub hatte ich, glaube ich, eine grippe. ich hatte allerdings nur fieber und sonst nix. das wird vermutlich daran liegen, dass ich einfach so grundgesund bin, dass mehr als das nicht passiert.

mehr kohle oder weniger: weniger, da ich meinen job reduziert habe seit mai, damit ich 2016 drei monate nicht arbeiten muss.

mehr ausgegeben oder weniger: mehr, halbes dach und so.IMG_4134.jpg und dann natürlich sowieso mehr geld ausgegeben, weil ja auch weniger geld reingekommen ist und deshalb ist die relation… ansonsten komm ich zu nix und kann dementsprechend auch kein geld ausgeben.

der hirnrissigste plan: an einem tag von italien nach hause fahren. war aber letztlich eine gute idee, weil ich am nächsten morgen halt mit grippe aufgewacht bin, und das wäre noch schlechter gewesen um dann die hälfte der strecke zu fahren.

dann hab ich am heißesten tag des jahres im rahmen der gesundheitswoche des arbeitgebers ein lauftraining mitgemacht – das war vielleicht nicht so schlau, führte der großteil der strecke durch die pralle sonne entlang einer ordentlich aufgeheitzten tartanbahn entlang.

und am zweitheißesten tag des jahres wollten wir 80km rudern. es sind dann nur 50 geworden, aber das hat auch echt gereicht. IMG_3974.jpg

beruflich war der hirnrissigste plan vermutlich die personalplanung in den letzten wochen des jahres, die dazu führen soll, dass alle stellen lustig besetzt sind bevor ich 2016 zwei monate am strand liege. dieser plan geht vermutlich auf, führt aber zu 70stunden wochen, wenig schlaf und insgesamt komm ich zu nix.

die gefährlichste unternehmung: vermutlich das o.g. rudern in der hitze, wobei da nix passiert ist, aber eine weitere halbe stunde in der prallen sonne vermutlich zu dem einen oder anderen hitzschlag hätte führen können. ansonsten war das sicherlich der schlag von enkhuizen nach amsterdam, den wir bei sehr schlechtem wetter segelten. kurz vor abfahrt (nachdem das frisch geflickte focksegel vom segelmacher wieder aufgezogen war) hatten wir uns noch alle mit stiefeln ausgestattet (und die lustige frau und ich kurz vor törnbeginn insgesamt noch mit segelklamotten, was vermutlich eine der besseren investitionen des jahres gewesen ist), und rechneten mit schlechtem wetter. aus dem hafen heraus drehten wir dann auch erstmal eine schöne pirouette in der schleuse (mannmannmann) und segelten dann richtung amsterdam. während des schlages stellte sich heraus, dass ein anderes boot in der gruppe segelschaden an beiden segeln bekam (zuerst reißt die fock und dann raaaaaaaatsch, das groß reißt mit), dass dort auch das funkgerät nicht ging, und dass alle ziemlich gebeutelt vom wetter waren. wir fuhren ohne sprayhood und alle mehr oder weniger festgekrallt im cockpit. ich steh am ruder und halte so gut es geht hart am wind als plötzlich zwei dinge geschehen: der plotter fällt aus und für zwei sekunden ist der wind weg. völlig. das hart angeschlagene ruder hat plötzlich funktion und die yacht dreht bei. allerdings unkontrolliert. fock schlägt um und steht back, groß flattert und der baum schwingt. lagen wir eben noch mit der rechten seite hoch und der linken seite tief, liegen wir plötzlich (die zwei sekunden sind um, der sturm ist wieder da) genau andersrum. unser skipper stand direkt neben mir und übernahm sofort, wir versuchten das groß dichtzuholen und irgendwas mit der fock zu machen, alles klapperte und schlug, und s. die direkt vor mir saß, hing mit einem fuß im wasser und hatte kaum noch halt. ich befand mich kurz vorm relingkorb und hab schon darüber nachgedacht, dass ich s. mit einem griff an der weste halten würde können, sollte sie nun dann über bord gehen.
irgendwann rief der skipper: ES IST NICHT GEFÄHRLICH! und dann wusste wir wieder, was wir machen mussten. der eine oder andere pickte sich mit der lifeline ein und am abend waren wir sehr froh im hafen anlegen zu können.
wegen segelschadens blieben wir einen tag in amsterdam und a good time was had by everyone.

der beste sex: den hab ich. strengt euch einfach nicht an.

mehr sport oder weniger: mehr. holla! das wort marathon kommt viel zu oft in meinem wortschatz vor. im april 13km auf der dove in einer beachtlichen zeit (bester satz kam vom steuer-teenie: WOLLT IHR NOCHMAL ÜBERHOLT WERDEN????? GEBT ALLESSSS!!!); im juni bei einem organisierten lauf mitgelaufen, nicht die letzte im team geworden! im juli den oste-marathon nach der ersten hälfte abgebrochen (insgesamt wurde aber das rennen dann auch abgebrochen wegen unwetterwarnung, und plötzlich hatten wir gar keinen so schlechten platz mehr); das segeln war dieses jahr echt sport – das schlechteste wetter hatten wir, vielen dank. im herbst dann dann laufen wieder angefangen. ich habe jetzt meine geschwindigkeit gefunden, und sie ist langsam. im kommenden jahr wird weniger gerudert, dafür mehr gelaufen und beim nächsten organisierten lauf bin ich nicht die vorletzte. so.

die teuerste anschaffung: ein halbes dach.

das leckerste essen: in venedig zu mittag. eigentlich wollten wir was bodenständiges, aber mein gespür für teure dinge führte uns zu einem sehr teuren, kleinen restaurant, wo ich wirklich das beste essen hatte. nicht bodenständig, nicht sehr traditionell, aber wirklich fantastisch.

das lustigste essen: eine riesendorade, für die wir spontan zwei freunde einladen mussten. wir haben einen neuen fischstand auf dem markt und die haben neben den marktständen auch ein fischrestaurant, für das sie bestellen. und dadurch bekommt man jetzt auf dem markt auch mal interessante fische. so haben wir hornhecht bekommen (knallgrüne gräten!), steinbutt (so groß wie unsere pfanne, aus der wir ihn dann auch essen mussten, weil er sich sonst nicht unfallfrei bewegen ließ) und eben eine 2,5kg dorade.IMG_4146.jpg

das geselligste essen: das war dieses jahr wieder einmal das freunde-weihnachten, eine wunderschöne tradition, die inzwischen auch aktiv von den freunden eingefordert wird (neues wort gelernt: zuigzoen). bei diesem essen haben wir einen ganzen lachs in den ofen geschoben und gebacken. das war fantastisch und es kann eigentlich auch nichts schief dabei gehen. wir haben dann noch drei tage fischbrötchen gegessen, aber das ist ja nun auch nicht das schlechteste. IMG_4213.jpg

das beeindruckenste buch: das ist schwer zu sagen. The narrow road to the deep north nimmt mich recht stark mit.
ansonsten ist es wie im letzten jahr, dass ich erstaunlich viele wirtschaftsnachrichten lese und die mich durchaus beeindrucken. im juli war dann irgendwann der moment erreicht, wo ich keine nachrichten mehr über die flüchtlingssituation lesen konnte, weil ich so hilflos war. wir sind hier an einem ort, an dem wenige flüchtlinge ankommen. hier werden sie hergeschickt und reisen meist so schnell es geht weiter. gleichzeitig arbeite ich in einer firma, die sich mit der situation befassen soll und was machen soll. das übte im sommer einen solchen druck auf mich aus, dass ich fast völlig aufgehört habe, zu lesen.

das enttäuschendste buch: weiß ich nicht mehr.

der ergreifendste film: ich hab glaub ich keinen film gesehen. hab ich erwähnt, dass ich zu nix komm?

beste cd/bester download/bestes konzert: hab ich dieses jahr auch irgendwie nicht gemacht. ich hab so ein spotify account, und da wird viel gestreamt. und zwar schnöde vorgegebene listen, die meist sehr gut zur stimmung passen. i’m shallow.
ansonsten waren wir auf zwei konzerten dieses jahr. dave matthews band in münchen, was so toll war, dass ich keine worte habe. der mann und seine jungs geben mir seit 20 jahren so viel musikgenuss! IMG_4124.jpg
im winter waren wir in groningen bei k’s choice, die ebenfalls schon seit vielen jahren großen spaß an musik haben und vermitteln und eine freude zum anschauen sind. IMG_4189.jpg

die meiste zeit verbracht mit…: arbeit. auch dieses jahr. und auch dieses jahr gab es nur sehr wenige tage, an denen ich nicht gerne da hin gegangen bin. aber auch ist es so geblieben, dass ich mir ein leben ohne ebenfalls gut vorstellen kann. ich bin immernoch der meinung, dass ich den besten job in der firma habe, und in diesem jahr habe ich das gefühl gehabt, dass ich meine rolle dort immer besser ausfülle. ich habe neue mitarbeiter, und alte mitarbeiter, die entfristet wurden. und auch, wenn die stimmung manchmal ein bisschen zu kippen drohte, habe ich das gefühl, dass das kernteam sich mag und gut arbeitet. wir haben ein großes projekt angenommen, in dem ich großen einfluss auf langfristige prozesse nehmen kann und diese einflüsse durch meine mitarbeiter – meine eigentlich experten- bestimmen lassen kann. ich kann mich auf meine leute verlassen, und meine leute sich auf mich. ich habe mehr gesteuert in diesem jahr als im jahr zuvor. und was mich in den letzten jahre noch zwischenmenschlich sehr beschäftigt hat, ist inzwischen an seinen platz, nämlich den arbeitsplatz, geschoben worden. zwischenmenschlich bin ich immernoch da, aber ich verstehe besser, was job ist, und was nicht job ist.
ich habe ein gleichgewicht gefunden, das ich wirklich schätze und das ich versuchen werde, beizubehalten, auch wenn im kommenden jahr große veränderungen auf mich zukommen werden. ich bin das geworden, was ich werden wollte – der ruhende pol (manchmal auch die allwissende müllhalde). und ich glaube, genau wie ich eigentlich gerne zur arbeit komme, kommen meine mitarbeiter auch gerne da hin.
es kostet wahnsinnig viel zeit, aber ich mach es wirklich gern. wenn es so bleibt, dann ist alles toll.

die schönste zeit verbracht mit…: meiner frau. alles, was ich im letzten punkt aufgezählt habe, trägt sie mit. sie lässt mich so lang arbeiten wie ich meine dass ich arbeiten muss. sie käme nicht auf die idee, mir zu sagen, dass ich zuviel zeit in die arbeit stecke. sie käme auch nicht auf die idee, mich von etwas abzuhalten, was mir spaß macht.
und sie ist mit mir so wunderbar in der lage, abzuschalten. am freitagabend reden wir noch ein bisschen über die arbeit, aber dann ist schluss. am montag komme ich manchmal ins büro und muss mich ernsthaft anstrengen, mich daran zu erinnern, was ich am freitag gemacht habe, weil meine zeit zu hause so entspannt, so schön, und so anders war. niemand kann so da sein, wie sie da sein kann.

sie steigt mit mir auf boote und segelt durch stürme und regen. sie sitzt mit mir rum und schweigt und liest. sie kocht mit mir für viel zu viele leute. sie rennt mit mir durch den park. sie steht mit mir im garten und findet alles wunderschön. sie kümmert sich um meine freunde, um unsere freunde. sie ist mein zu hause und meine zuflucht.

und jeder moment wird durch ihre anwesenheit noch ein bisschen schöner (ja, das ist geklaut, aber was kann ich dafür, dass die lustige frau ähnlich toll ist wie der herr kaltmamsell?:-))

vorherrschendes gefühl 2015: ich komm zu nix! gefolgt von: ha! kuck! das klappt! gefolgt von: waaaaaaaaaaH! das klappt!!! wann soll ich das denn noch machen??? gefolgt von: ich bin extrem erschöpft.

2015 zum ersten mal getan: regatta gerudert. an einem organisierten lauf-event teilgenommen. ein graues haar gefunden. ein arbeitsverhältnis minimiert.

2015 nach langer zeit wieder getan: eine geheime party geplant.

3 dinge, auf die ich gut hätte verzichten können: krankheitsnachrichten von menschen, 45 minuten in brennender hitze mit schlecht organisierten menschen (überhaupt: schlecht organisierte menschen!) … und was drittes fällt mir nich ein. vielleicht ein leichtes gefühl von gehetzt sein…

die wichtigste sache, von der ich jemanden überzeugen wollte: entweder, man macht was richtig, oder man macht halt gar nix. und wenn man was richtig machen will, dann muss man dazu stehen und halt auch geld investieren.
und: wenn man der meinung ist, dass etwas richtig ist, dann sollte man das machen.

das schönste geschenk, dass ich jemandem gemacht habe: überraschungsparty.

das schönste geschenk, dass mir jemand gemacht hat: 10 lachende menschen am esstisch. und zeit. liegen lassen und kaffee ans bett. immer wieder.

die schönste neue bekanntschaft, die ich gemacht habe: die rudermannschaft. die sind wirklich nett. (huuuuuch, ich hab ein viech im ausschnitt!! – ein fisch??? – ein was??? – ein lachs????)

der folgenreichste satz, den jemand zu mir gesagt hat: Es tut mir leid, dass ich Sie nicht schon früher kontaktiert habe, aber ich hab das jetzt einfach mal so gemacht, wie ich es im Gedächtnis hatte.

der folgenreichste satz, den ich zu jemandem gesagt habe: natürlich bin ich stolz auf dich! egal, was du machst.

2015 war mit einem wort: ichkommzunix!

vorsätze für 2016: neue sprache lernen (so richtig!), ausschlafen, nachdenken. an frau b-n. heran kommen!

 

 

keine angabe

Juni 15, 2015

wir bereiten in der abteilung eine befragung eines teils der firma vor. und wie bei befragungen üblich (wobei für diese befragung tatsächlich eigentlich völlig irrelevant) fragt man das geschlecht der personen ab. in unserer vorlage hatten wir nur männlich und weiblich als ankreuzmöglichkeiten. in der zentralen befragungsstelle der firma wies man uns dann heute morgen darauf hin, dass sie da nun auch immer ein feld für anders bzw keine angabe machen, und keine angabe sogar präferieren, weil es denjenigen, die sich vielleicht in einem intersex-stadium befinden, in dem sie selbst noch zweifeln würden oder große schwierigkeiten hätten, selbst zu benennen und sich auch nicht gedrängt fühlen möchten…also, denjenigen eben die möglichkeit zu keine angabe gibt.

 

für eine zentrale stelle, über die ich in der vergangenheit eigentlich immer viel gelacht habe, da sie mir als arbeitsbeschaffungsmaßnahme im staatsdienst erschien, machen die sich doch viele gedanken.

puh.

April 23, 2015

soviel zu erzählen. eigentlich.

israel ist noch nicht fertig erzählt (ist es das je?). das karussell in der firma dreht sich wieder. ich betreibe ernsthaftes sporttraining für einen wettkampf, der sogar schon übermorgen stattfindet. ich sehe, höre und lese so viele dinge, die es wert sind, mal drüber gesprochen zu haben. auf dem fensterbrett wachsen tomaten, gurken und sonnenblumen – und keiner weiß es. nächste woche fahre ich in eine fremde stadt, und da wird es sicherlich auch dinge zu erzählen geben.

und irgendwie bin ich schon wieder in einer phase, in der ich nicht schreibe, nicht lese und nur noch reagiere.

mal sehen, vielleicht wird das nach der regatta ja besser (wenn dann die hände nicht mehr weh tun)

hm.

israel 2015-02

März 19, 2015

wir sind tatsächlich am mittelmeer entlang gejoggt. zwar nur 3km aber immerhinque. ganz besonders viel weiter wollte ich auch nicht, weil ich und meine zarten, elfengleichen beinchen es nicht gewohnt sind, auf furchtbar hartem asphalt zu laufen, sondern leicht federnden waldboden bevorzugen. nichtsdestotrotz verbrachten wir den großteil der zeit sitzend oder essend – oft auch beides gleichzeitig- sodass ein leichter lauf in lauer luft genau richtig erschien. die lustige frau plante außerdem den ganzen tag zu arbeiten, und auch das lieferte einen weiteren grund, mal ein bisschen zu rennen.
ich muss sagen, dass zombies, run auch in tel aviv funktioniert, aber wenn die story line in schlechtem, englischem wetter spielt, die ganze sache noch ein winziges stücksken unglaubwürdiger wird.
die lustige frau ging also arbeiten und ich verbrachte den tag in einer strandbar – jeder, wie er kann. außer buch lesen und aufs wasser kucken tat ich nicht viel. die sonne schien sehr schön – das wetter ist ja nicht so besonders beständig warm, aber gestern war zumindest ein durchgängig sonniger tag. ich sachma, die grundlage für die bräune dieses jahr ist gelegt. (es tut auch schon fast nicht mehr weh).
die lustige frau stieß irgendwann dazu und zur happy hour im hotel waren wir dann wieder zurück. die lustige frau arbeitete wieder ein bisschen, und gegen 22 uhr trafen wir die freunde zum essen beim thai nebenan.
das letzte mal, als wir hier waren, wollte ich nicht mit zum thai. mir erschloss sich nicht, warum wir in israel zum thai gehen sollten, aber gestern abend probierte ich die beste thai suppe, die ich je probieren konnte. wirklich sehr sehr gut. und das restaurant ist so popular, dass wir nur am mittwochabend um 22 uhr einen tisch bekommen konnten – und das, obwohl die freundin bereits am wochenende reservierte. ziemlich abgefahren.

heute war dann wieder ein langer arbeitstag für die lustige frau, und ich lief ein bisschen durch die stadt. erst zu einem cafe, wo ich las und kaffee trank, und dann hatte ich eigentlich vor, mir irgendwo ein dictionary zu kaufen, aber – kein buchladen. also, ich hab zwar ein paar buchläden gesehen, aber alles eher antiquariate oder second hand buchläden.
ein bisschen eigenartig, denn es kommt mir so vor, als könnte man in deutschland nicht lange durch eine stadt laufen, ohne einen buchladen zu finden. vielleicht täuscht mich das, aber heute war ich wirklich überrascht.

nun gut. mittags suchte ich mir ein falafel und ging dann an den strand und las mein buch aus.
dann lieh ich eins der immer noch gut genutzten fahrräder und fuhr nach jaffa und saß dort noch ein bisschen in der sonne.

das transportverhalten in tel aviv hat sich seit meinem letzten besuch verändert. zwar nur leicht verändert, denn es sind immer noch zwei räder, die die leute durch die gegend bewegen, aber im gegensatz zum letzten mal, tritt man nicht mehr selbst, um sein fahrrad fortzubewegen. ich würde sagen, dass ca 40% der zweiräder auf der straße inzwischen batteriebetrieben laufen. es sind auch keine großen räder mehr, sondern die gleichen klappräder. unter dem sattel steckt ein ca 40cm langes und ca 10cm breites akku in einer halterung. wenn das rad abgestellt wird, nimmt man den sattel aus dem quickdingsi, und klippst dann auch das akku raus und nimmt es mit. nun stehen also überall diese minräder ohne sättel rum.
die e-räder sind schnell und leise. verkehrsregeln haben er für die meisten ohnehin nur vorschlagscharakter, und wenn nun also schnelle, und nahezu lautlose verkehrsteilnehmer mit dazu kommen, muss man noch mehr aufpassen als ohnehin schon. die gefährte haben futuristische namen wie city-bird 2000 (oder ähnlich) und werden überall verliehen. die segways, von denen es vor zwei jahren noch recht viele im stadtbild gab, sind fast verschwunden, bzw haben sich in ihre natürliche umgebung zurückgezogen – als fortbewegungsmittel für amerikanische reisegruppen.

am abend fuhr ich also aus jaffe wieder zurück in die stadt, und dachte an einem gedanken weiter, den wir bereits im taxi bei unserer ankunft kurz besprochen hatten: man fährt nach tel aviv rein, und sieht vom weiten die skyline am strand, hat das gefühl, dass man in eine moderne großstadt fährt, und wenn man dann aber aus dem fenster kuckt, und ein bisschen genauer auf die häuser kuckt, dann sieht man eher heruntergekommenes südeuropa, mit kaputten fassaden, müll auf den straßen und den bürgersteigen, usw usf. und wir überlegten kurz, warum wir uns so auf israel freuten, was uns so anzieht an dieser stadt und an diesem land. öffentliche ordnung und infrastruktur ist es nicht. die ständige lautstärke etc ist es ebenfalls nicht. es muss etwas anderes sein.
und dann vorhin auf dem fahrrad, direkt am meer, in der sonne, im wind, mit fröhlichen menschen und einem gut ausgebauten radweg wusste ich es dann wieder. es ist die atmosphäre. das land und die natur, die umwerfend schön sind. es sind auch die menschen, die scheinbar erst einmal nett sind. und es ist letztlich halt auch einfach sehr europäisch in seiner nicht-europäischheit.
ich hatte recht viel zeit zm leute kucken und ich bin immer wieder erstaunt, wie bunt die gesellschaft doch ist. man sieht wirklich alles an menschen, und man weiß wirklich nie, welche sprache diese menschen sprechen werden, wenn sie den mund aufmachen. das erstaunt mich immer wieder.
in den meisten ländern, in die man so fährt, wird man sehr schnell als deutsch erkannt (und ich erkenne inzwischen einen niederländer auf 100m entfernung), aber hier ist das wirklich anders. nicht mal an der kleidung kann man erkennen, woher die leute kommen. oder an den brillen. es geht einfach nicht.
andersrum würde ich nach den letzten zwei tagen leute kucken sagen, dass es das vielbeschworene hipstertum nicht gibt, sondern dass die ganzen jungs mit bärten, dünnen tshirts und engen hosen alle versuchen, israelisch auszusehen. denn hier scheint die quelle der hipster zu sein.

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israel 2015-01

März 18, 2015

wir sind wieder in tel aviv. dieses mal nur für eine woche, und wieder in einer konstruktion, in der die lustige frau mit kolleginnen am strand sitzt und arbeitet, und ich an anderer stelle ebenfalls am strand sitze und lese und aufs wasser kucke.
angekommen sind wir am montag, direktflug von hamburg, wo wir am abend zuvor sehr nett essen waren und insgesamt einen schönen abend hatten. fliegen von hamburg ist fantastisch, wenn man so nette menschen dort hat, wie wir.
das wetter wurde, nicht überraschend, immer schöner, allerdings muss man sagen, dass es nicht halb so warm ist, wie es vor zwei jahren war, als wir zur gleichen zeit hier waren. fast ein bisschen frisch.

montagabend gingen wir dann mit der weiteren kollegin und der dortigen kollegin und mann zum essen in tel aviv. vegan, ohne dass mans merkt (und ohne dass man es diskutieren muss), und fantastisch ob seiner frische und der unterschiedlichen aromen. persische zitronen, auberginen, fava bohnen, grüne bohnen, verschiedene dips, alles mögliche und alles fantastisch.

unser hotel ist gut, schlaf kommt nach den vergangenen wochen leicht zu mir.
am folgenden tag wählten die israelis. ähnlich wie in amerika ist dies ein arbeitsfreier tag, und wir nutzten die gelegenheit, wie viele andere auch, aufs land zu fahren, und blumen zu kucken. das tun die israelis wohl, bevor halt alles wieder braun und trocken wird. wir fuhren in die berge, ins jordan-tal. dort regnet es zwischendurch mal und es wachsen beeindruckend viele blumen dort auf den wiesen. einige, die sich in einer bauerngartenblumenmischung finden, aber auch einigen blumen, die bei uns nicht wachsen und auch einige iris-arten, die endemisch zu bestimmten bergen, tälern oder sonstwas in israel sind. wirklich sehr beeindruckend, und nicht nur wegen der blumen und dem see genezareth in der weiten entfernung, waruns zwischendurch durchaus biblisch zumute. dadurch, dass es ein normaler wochentag war, aber halt arbeitsfrei, waren sehr viele menschen unterwegs und kuckten blumen. darunter auch viele religiöse familien, die man sonst nicht antrifft, wenn man solche ausflüge macht, weil wir diese ausflüge sonst immer nur am sabbat machen. und am sabbat dürfen diese familien ja nicht auto fahren, also müssen sie an anderen tagen ausflüge machen.
wir machten ein kleines picknick mitten in den blumen und schauten ins jordantal hinab. ein durchaus interessanter ort, weil man unter anderem auch recht gut sieht, dass auf israelischer seite reservoirs liegen, das land gut bewässert ist, und gewächshaus neben gewächshaus steht. zwischendrin große höfe mit kühen, schafen und ziegen. immer mal wieder fährt man hohen stacheldrahtzäunen vorbei und fragt sich, ist das nun eine siedlung (zu wem gehört sie), ist das schon landsgrenze (dürften wir da rüber), oder ist das nur ein schutzzaun um ein kibbuz herum? auf jordanischer seite scheint alles ein bisschen trockener, aber insgesamt gibt es nicht viele unterschiede.

auf dem weg zurück hielten wir an einem arabischen restaurant und aßen unsfassbar viele, sehr, sehr, leckere salate, bevor unsere freunde uns mit zu ihren eltern nahmen, da ein neues nichten-kind erwartet wurde. und während wir noch bei der mutter saßen, kuchen aßen, wurde eben dieses kind geboren. und schon saßen wir in einer wild whatsappenden und smsenden familie, darunter auch die beiden eltern, beide 70, beide mit smartphones, konstant chattend und zwischendurch ein fröhliches oma und opa selfie schießend und sofort verschickend.
auch das, ähnlich wie die vielen blumen, beeindruckend.

der abend klang mit einer flasche rotwein aus galiläa am strand aus.

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wochenrückblick

März 2, 2015

sonntag gab es zum frühstück einen herzenswunsch der lustigen frau: pannekoeken. ich finde die ja eher meh, mich holt man mit pfannkuchen eher nicht hinter dem ofen hervor, aber gut. sie schon. sie findet es fantastisch. leider hat das alles irgendwie nicht so geklappt, wie sie es sich gewünscht hat, und deshalb werden wir das demnächst noch mal essen.
danach gingen wir rudern – wieder jemanden ausprobieren für eine potentielle mannschaft. lief ganz gut und das wetter war wirklich toll.

am abend gab es dann lachs mit fenchel und tomaten. alles sehr lecker und ein wirklich schöner sonntag.

montag begann die woche des intensivkurses. am abend waren wir im kino und kuckten Selma (lohnt sich durchaus!) und erst danach bekam ich richtig was zu essen – es gab trapanese nach diesem hervorragenden rezept.

dienstag ebenfalls intensivkurs (jeweils bis 18:45), daher für mich kein rudertraining, sondern küche aufräumen und währenddessen ottolenghis plenty more mung bohnen mit möhren-salat machen. ebenfalls wieder sehr gut. die mungbohne ist ein neuzugang für unseren küchenschrank. es ist etwas schwer zu beschreiben, wonach sie eigentlich schmeckt, aber der salat insgesamt war wirklich sehr lecker und wird sicherlich öfter gemacht werden, da die zutaten eigentlich immer im haus sind.

am mittwoch wieder lustiges unterrichten bis spät und danach pilzrisotto. der intensivkurs macht mir ja immer wieder wirklich spaß, da man so wenig zeit mit aufwärmübungen verplempern muss, sondern direkt einsteigen und drin bleiben kann. allerdings merke ich auch, dass unterrichtszeiten von 13 bis 19 uhr ziemlich schlauchen und man danach halt eigentlich keine zeit oder energie mehr hat, dinge nachzubereiten oder für den nächsten tag vorzubereiten. das kann man dann natürlich eigentlich am nächsten vormittag tun. das wiederum entspricht aber nicht meiner arbeitsweise, sodass ab mittwoch eigentlich schwellendidaktik herrschte und ich auf dem weg zum unterricht entschied, was wir eigentlich machen würden.
dem kurs ist es aber egal, die fühlen sich ausreichend herausgefordert und machen brav alles mit.

nach dem essen noch in den supermarkt, schnaps und bier für den folgenden tag kaufen. danach mit der lustigen frau zum begießen der anstehenden beförderung, bzw wahl in die beförderte position noch wein trinken gegangen.

 

donnerstag war der kurs dann früher zu ende, da ich die abteilungskohlfahrt hatte. gut 2,5 stunden für 2,5km gebraucht, in der zeit viele spielchen gespielt und wirklich sehr viel gelacht und spaß gehabt. einkehr in einem restaurant, das dann ‘kohl satt’ servierte, was vielleicht etwas übertrieben ist, denn so richtig viel essen tut heute ja keiner mehr.
abholen lassen und zu hause in die badewanne gegangen. ich merke immer öfter, dass ich bis auf die knochen durchkühlen kann und dabei eigentlich noch sehr guter dinge sein kann. wenn ich dann allerdings etwas aufmerksamkeit über habe, spüre ich quasi meine kalten knochen in meinem körper. und das ist dann doch sehr unangenehm.

freitag dann etwas gerädert bis 17 uhr unterrichtet (freitags ist immer kürzer) und danach  mit viel arbeit im arm nach hause und big bang gekuckt. sehr gelacht, recht früh ins bett. zum essen gab es gnocchi mit shrimps. hervorragend und immer wieder sehr sehr lecker.

samstag heirateten freunde von uns. relativ kurzentschlossen (und wohl auch auf eine kurze reihe von recht schlechten heiratsanträgen hin) und daher zwar am samstag, aber um 9 uhr morgens (!!!). das war dann jetzt die zweite heirat, die ich miterlebt habe, und ich muss sagen, bei uns hat es viel länger gedauert. das hängt zum einen vielleicht daran, dass alles übersetzt wurde (mehr oder weniger alles), aber zum anderen auch wohl daran, dass wir das alles etwas traditioneller gemacht haben. unsere freunde waren zwar von zwei töchtern flankiert, diese hatten aber weiter keine funktion. bei uns saßen dort die trauzeugen, die auch unterschreiben durften. wir hatten ringe (die braut am samstag hat vermutlich derzeit etwas größere finger als sonst – geburtstermin ist der 29.03.), unsere freunde nicht. und wir hatten auch angesagt, dass viele menschen kommen würden – hier waren auch recht viele menschen da, aber nich so viele wie bei uns. der standesbeamte war launig, und vielleicht ein touch too much, aber insgesamt sehr nett.
nach der trauung gab es blauen sekt (eine geschichte vom segeln, in der der bräutigam einem anderen schiff blaue lebensmittelfarbe in den wassertank gekippt hatte um ein wenig hysterie hervorzurufen. ist wohl nicht ganz gut gelungen, da die das sofort gemerkt haben und das wasser erst abgelassen haben, dann gleich neues getankt haben, und als der bräutigam dann wie zufällig an bord kam, und etwas wasser wollte, war das dumme gesicht eher bei ihm zu sehen, denn das wasser war ja nicht mehr blau), weiße tauben und eine fahrt in einer badeinsel auf einem anhängern zur frühstückslocation, wo dann knapp 50 leute miteinander aßen, lachten und redeten. sehr nett insgesamt, aber doch sehr früh.
danach markt und dann nach hause, ich an die arbeit, die lustige frau in die küche zum kuchen backen für den geburtstag am nächsten tag. am abend gab es muscheln und mai tais und ein frühes zu bett gehen.

erwähnte ich, dass wir wieder fasten? ich muss sagen, dieses jahr ist es sehr entspannt. wir fasten fleisch (überhaupt kein problem), pommes (auch kein problem), chips (samstag doch etwas problematisch), gekaufte süßigkeiten (für die lustige frau ein größeres problem als für mich), und alkohol während der woche. ausnahmen werden natürlich gemacht – wenn man irgendwo zu besuch ist oder wenn ganz besondere ereignisse anstehen (kohlfahrt). aber insgesamt läuft das wirklich gut. beim essen haben wir wirklich fast keine probleme, da es so viele wunderbare dinge bei herrn ottolenghi gibt. wir besitzen auch die deutschland und österreich vegetarisch bücher, die wir aber eher deutschland oder österreich, deine beilagen! nennen. schöne rezepte, aber es fehlt letztlich halt doch das kotelett, das schnitzel oder die wurst. schade, aber auch ein bisschen eine bestätigung, dass die küche halt eher um das fleisch gewachsen ist, und nicht das fleisch aufgrund von steigendem wohlstand in eine lebendige, vegetarische küche aufgenommen wurde.

 

wochenrückblick

Februar 24, 2015

sonntag viel im garten gearbeitet. zwei komposter leergemacht und dabei gut 2 kubikmeter pflanzerde erarbeitet.

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die lustige frau schredderte in der zwischenzeit alles, was ihr in die hände fiel. nach dem leeren der komposter dann noch mit der kettensäge all das zerkleinert, was nicht in den schredder passte und nicht mit der baumschere zerkleinert werden konnte. wenn der garten blattlos ist, dann macht es manchmal den eindruck, dass man wirklich was schafft, wenn man 5 stunden am stück arbeitet. schlimmer ist es im sommer, wenn alles grün ist. und wenn es dann noch regnet, und alles nass und schwer runter hängt und nach noch mehr aussieht, als wenn es trocken ist.

um halb drei hatten wir dann keine lust mehr, aßen noch ein stück butterkuchen im angesicht des teilaufgeräumten gartenstückchens und fuhren dann wieder in die stadt zurück. völlig durchgekühlt gab es dort erstmal einen glühwein, dann ein bisschen badewanne und zum abendessen seezunge mit salat und ofenkartoffeln. danach noch der timeline hinterher gelesen und gegen zehn mit einer umwerfenden müdigkeit ins bett.

statusupdate übrigens für die maus: sie frisst nicht nur kartoffeln und schleppt diese auch erfolgreich aus der lebendfalle heraus um sie in ruhe zu fressen – sie frisst nun auch schokolade, und damit ist die liebe aus; die lustige frau will nun eine todesfalle. es wird immer spannender.

montagabend gab es wieder ein gericht aus plenty more – auberginen mit frittiertem knoblauch an knoblauchs0ße. sehr lecker, wenn auch ein wenig knoblauchlastig. aber auf jeden fall ein schöner salat.
danach gingen wir ins kino (2015 wird ein sehr kulturelles jahr, jawohl!) und sahen Birdman. sehr schön gemacht. schmerzlich intensiv und doch wieder sehr komisch, aber auf eine art, die einem das lachen im hals stecken lässt.
in der arbeit diverse dinge vor- und nachbesprochen.
ischiasbeschwerden. schon länger und lt dr google auch sehr klassisch. beim knochenbrecher angerufen und termin für die nächste woche bekommen.

dienstag dienstreise in die landeshauptstadt mit abendlichem treffen einer freundin. ich bin hier ja ein bisschen ab vom schuss, sodass ich immer furchtbar frühe züge nehmen muss, um überhaupt mal irgendwo mit dabei zu sein (wobei es auch schlimmer geht – eine kollegin arbeitet an einer anstalt, die in einer stadt ohne bahnhof liegt). erstaunlicherweise ist es aber auch schon sehr früh hell (ich weiß sowas sonst nur vom hörensagen, denn vor 8 uhr stehe ich eigentlich nie auf), und ich kuck im zug ja gern aus dem fenster.
gutes treffen gehabt und viel guten austausch gepflegt. die mensa der universität dort ist genauso schlecht wie die der universität hier – also keine größeren überraschungen.

nach dem treffen dann ein netter abend in einer fantastischen cocktail-bar mit tatsächlich fantastischen cocktails. danach sushi und danach heimfahrt. schnell ins bett und tief geschlafen. ischias etwas besser.

mittwoch gab es das rote linsen curry aus plenty wieder. eine wirklich leckere sache, die auch wirklich nicht sehr aufwendig ist. davor liefen wir durch den park. die lustige frau hatte einen homeoffice-tag und als ich nach hause kam, war sie ordentlich durchgekühlt. ich hatte mir schon überlegt, dass ich bei diesem fantastischen wetter eigentlich gern laufen gehen wollen würde, unter anderem auch, weil ich die befürchtung hatte, dass ich, wenn ich jetzt nicht gehe, nie mehr gehe. den rest der woche würde ich außerdem in sitzungen und tagungen verbringen und dort vor allem das tun, was schon im namen steckt, nämlich sitzen. und da dachte ich, gehn wir doch mal. gingen wir dann auch, bei einer temperatur so um die 0 grad und schönem sonnenschein. zwei runden hatte ich mir vorgenommen und wäre auch ok damit gewesen, wenn ich die hälfte davon hätte gehen müssen. das letzte laufen ist schon wieder ein bisschen her und ich wollte es auch nicht übertreiben. ein paar der sitzungen sind nicht im erdgeschoss und treppen wollen würdevoll überwunden werden. und da wollte ich mir das schmerzverzerrte gesicht sparen. aber, siehe, es war nicht so anstrengend wie befürchtet. nur stolperte meine zombies, run app ein bisschen, sodass ich doch zum ende der zweiten runde etwas aus dem rhythmus kam. ich hätte tatsächlich noch weiterlaufen können, so konditionsmäßig, aber ich wollte es nicht übertreiben (sondern vielleicht anfang nächster woche wieder laufen gehen).

maus-update: sie ist zu schlau für uns. nachdem wir nun ein stück schokolade auf eine mausefalle gelegt haben und die maus dieses stück von der falle genommen und gefressen hat, ohne das die falle zuschnappte (ich stelle mir eine art mikado-situation mit einer hochkonzentrierten maus vor), haben wir nun ein stück kartoffel um den auslöser herum festgemacht. auch dieses stück hat die maus entfernt, ohne das die falle zuschnappte.
ich mag diese maus irgendwie.

donnerstag war ich zunächst den halben tag im büro und dann die andere hälfte in einer schlecht geführten besprechung in der nachbarstadt. anberaumt war eine sitzung von 13 uhr an und um 19 uhr sollte es ein gemeinsames essen (mit tagungsgästen für die am darauffolgenden tag beginnende tagung) geben, also war ein irgendwie vorgegebenes ende in sicht. allerdings ging es weit über 19 uhr hinaus, ich bin teil einer neuen gruppe und zum essen kam ich irgendwie nicht (parkprobleme und insgesamt meh, also lieber nach hause zur lustigen frau). die lustige frau kredenzte mir daraufhin pasta mit walnusspesto, was wir mal geschenkt bekommen haben und was dann doch gar nicht so schlecht war.

die maus hingegen ist zwar generell zu schlau für uns gewesen, aber halt auch genau das – gewesen. it was no more. the mouse was past. sie ist in der nacht in die mit cranberry an peanutbutter bestückte falle gegangen und daran verstorben. der lustigen frau, die den leichnam beseitigen musste, war der vormittag verdorben. nachvollziehbar.

allerdings war auch die cranberry verschwunden, was auf mehr als eine maus schließen lässt. noch dazu auf eine zweitmaus, die fehlende pietät an den tag legt, da sie ja die cranberry aus der dann sicher zugeschnappten falle herausfraß. oder, und auch das ist natürlich eine möglichkeit von mikado-maus: die erstmaus hat erst sehr sehr vorsichtig die cranberry gefressen und hat sich dann in den tod geworfen.

man weiß es nicht.

am freitag dann tagung in der nachbarstadt. tagsüber gecatered und obst, abends empfang im rathaus (sehr beeindruckend) und danach schnell nach hause mit kollege im gepäck. zu hause gab es hummus. sehr lecker, ausreichend viel und ich hab zwei portionen geschafft. in drei wochen fliegen wir nach israel, da muss man schon mal ins training kommen.

samstag dann der rest der tagung und danach ein ausflug ins nachbarland. zuerst auf den markt und dann zu einer freundin, die ebenfalls bei der reise nach jerusalem für uns etwas gewonnen hatte – und zwar ein Essen. with a capital E. bei der verteilung der aufgaben hat diese freundin allerdings etwas verloren, denn sie ist eine der wenigen aus der runde der spielerinnen des spiels, die echt nicht so sehr auf essen steht wie alle anderen sonst und wie wir natürlich auch. also haben wir schon im vorfeld gesagt, dass wir mit hausmannskost durchaus leicht zufrieden zu stellen sind und uns sogar darüber freuen, weil wir das selbst so selten machen. und folgerichtig gab es grünkohleintopf, was ich persönlich ja hochinteressant war. der grünkohl wird im nachbarland wirklich völlig anders gekocht als bei uns (ich zähle mal nur auf, was dort fehlt, was bei uns auf jeden fall dabei sein muss: fett und schmalz (um den kohl drin zu kochen), zwei sorten würste, zwei sorten fleisch). tatsächlich war die andere version auch durchaus lecker und ein netter abend war es ohnehin.

sechs tage arbeiten und davon vier in anderen städten ist doch recht anstrengend.

wochenrückblick

Februar 16, 2015

am sonntag gab es hamburger. darauf hatte ich mich schon länger gefreut, denn ich wollte dieses mal auch die brötchen selbst backen. letztlich habe ich die brötchen selbst gebacken, mayo selbst gemacht, usw usf und war insgesamt bestimmt zwei stunden in der küche beschäftigt. für fast food finde ich das ziemlich lang, es war dann aber auch wirklich sehr lecker. nächstes mal reicht dann wieder ein burger, denn den abend verbrachten wir ausgestreckt auf der couch mit gedanken an den einen oder anderen schnaps.
am nachmittag waren wir bei strahlendem sonnenschein an der küste und hackten holz und beschnitten wild gewachsenes. für dieses gartenjahr haben wir uns das rosenbeet der mutter und einen teil des grundstückrandes als bearbeitungsfläche vorgenommen. der garten ist so groß und hat so viele baustellen, dass man sich wirklich vermeintlich kleine areale vornehmen muss, und dann wirklich alles andere ignorieren muss, um überhaupt irgendeinen sichtbaren erfolg zu erzielen. da einer der nachbarsöhne das rasenmähen übernimmt, ist zumindest dieses 14tägige 3-stunden gewicht getragen. am abend lasen wir also beide im internet darüber, wie man birnbäume beschneidet (in unserem fall: am besten vor 30 jahren!), wie pflaumen beschnitten werden wollen und wie man brombeeren bändigt. wir haben die vermutung, dass die johannisbeere in diesem jahr vielleicht nicht so viel trägt wie letztes jahr – eben weil wir geschnitten haben – und haben verstanden, warum die zwetschge so komisch trägt (pflaumen, ey). an der zwetschge werden wir jetzt einen probe-ast beschneiden und kucken, ob es was bringt. bei einer der birnen werden wir einen teil wegnehmen, um zu kucken, ob dann der andere teil wieder kommt. und eine andere birne werden wir absägen, und bei einer weiteren die umliegenden bäume wegnehmen.
das beet vorm haus wird ignoriert, genauso wie der zustand des rasens vorm und hinterm haus.

ab dem kommenden winter werden wir mit selbstgeschlagenem holz heizen können. wir werden nichts mehr bestellen, sondern wissen dann jeweils, welcher baum es war, wo er stand und warum er gehen musste. ich freu mich schon.

montagabend gab es ’sort of waldorf’ salat aus plenty more mit der mayo vom tag davor (bzw gab es am tag davor die mayo für diesen salat). dazu ein steak, da es zunächst so erschien, als wäre nur so ein salat ein bisschen traurig als abendessen.

war es dann nicht, denn der salat ist wirklich sehr lecker. auch hier muss man wieder herzlich lachen, wenn der herr ottolenghi einen kleinen rotkohl von 300 gr haben möchte. wir verarbeiten noch immer teile des rotkohls von vor drei wochen. wenn es aber so weitergeht, kaufen dieses jahr vielleicht sogar noch einen weiteren rotkohl und essen den auf. jawohl! dann hätten wir 2 rotkohlköpfe geschafft, und das jahr geht noch gar nicht dem ende zu. (meine güte, kohlköpfe… da hat man aber was von. und wenn man dann überlegt, dass so ein mittelgroßer kohlkopf vielleicht anderthalb euro kostet…)
in der arbeit ein nettes gespräch in einer anderen abteilung gehabt, die ich schon länger (gut vier jahre) beobachte, und die sich nun in die richtung bewegt, in die ich finde, dass sie sich bewegen sollte. das nächste semester könnte interessant werden.
außerdem rumgerechnet, inwiefern eine weitere abteilung von unserer profitieren könnte, ohne dass wir unsere eigene strategie unterordnen müssen. dafür homeoffice tag am dienstag geplant. an abend der timeline hinterher gelesen und recht früh ins bett gegangen.

dienstag nach dem turnen (ruder-ergo-training) gab es schon wieder kurzgebratenes, diesmal mit die letzten reste des halben schweines, welches wir mit den schwiegereltern im letzten sommer gekauft hatten. dazu ein fenchel, blutorangen, olivensalat, wieder von der wunderbaren rachel eats, ein salat, den wir letztes jahr öfters gegessen hatten und irgendwie vergessen hatten.
außerdem gab es reste des waldorfsalats vom vortag (300gr rotkohl..pfff)
der arbeitstag begann mit einem teil im homeoffice. auch wenn mein schreibtisch im büro recht großzügig ist und nicht besonders voll per se, ist so ein esstisch für 10 personen schon noch eine andere nummer. auch das in der lage sein, einfach mit vielen bunten stiften auf viel construction-paper zu schreiben und so zu denken, kommt mir sehr entgegen.
am nachmittag dann zurück in die arbeit, auch und vor allem, um an einem staff-sprachkurs teilzunehmen, zu dem auch der kollege mitsollte, der sich dann aber lieber mit der formatierung von fußzeilen beschäftigte. prioritäten wollen gesetzt sein.

nach dem training am abend noch der timeline hinterher gelesen und ein paar links gefolgt. recht früh ins bett und mit spannungskopfschmerzen irgendwann eingeschlafen. am nächsten morgen wieder kein frühstück, wie schon die ganze woche. irgendwie ist mir nicht danach.

mittwoch war die lustige frau auf einer abendveranstaltung und ich kochte wieder mal die tomatensoße für eine große portion pasta. während die soße köchelte wusch ich die weingläser der letzten 10 tage ab und schnippselte einen rotkohlsalat aus dem letzten viertel rotkohl.
in der arbeit viel gesprochen und gesessen. am abend zunächst der timeline hinterher gelesen und dann mit der lustigen frau gequatsch. ins bett gegangen und angeblich schnell eingeschlafen.

donnerstagabend waren wir bei einer freundin zur nachgeholten geburtstagsfeier im kleinen kreis eingeladen. es gab eine pilzsuppe mit in weißrussland gesammelten pilzen, ein huhn mit kräutern und stuffing und dazu gebackenen fenchel und kartoffeln. fenchel ist überhaupt das tollste gemüse der welt und lässt sich in allen zuständen hervorragend verzehren.
in der arbeit von einem gespräch zum nächsten gegangen, teilweise kurze strecken sogar gerannt. am nachmittag dann ein bisschen peopled-out. irgendwie komm ich zu nix und der stapel auf dem schreibtisch wird immer höher. tja.

freitagabend war eigentlich eine suppe geplant, aber nach generellem unwohlsein ging ich früh nach hause um dort noch weiter zu arbeiten, aber in einem netteren umfeld, und als die lustige frau um 18 uhr nach hause kam, brauchte sie pizza. das konnte man sofort erkennen und nach einem bierchen und einem pläuschchen gingen wir dann in die nächstgelegene pizza-örtlichkeit, aßen und gingen wieder nach hause und kuckten weiter the good wife. a propos that, kann mir mal jemand erklären, wie ihr immer die neusten folgen kuckt? ohne in die vermaledeite illegalität abzurutschen? geht das über dieses netflix? oder wie das heißt? wie kriegt man das in den fernseher (wenn man nicht seinen eigenen raspberry pi betreiben möchte sondern ggfs technisch eher minderbemittelt ist?)? ich möchte das nicht auf deutsch kucken, wenn es geht (one should think dass dieses internet doch auch bedeutet, dass man nicht erst alles in synchronisation kucken muss..)

samstag wurde gulaschsuppe gekocht, deren hälfte zur mutter mitgenommen wurde. für samstagabend hatte der junge mann unter unserem wohnzimmer angekündigt, seinen geburtstag feiern zu wollen, und dass war für uns das zeichen, das haus zu verlassen, die stadt, den landkreis, um wenigstens ein bisschen ruhe zu finden. im laufe der woche allerdings schallte von unten neben unfassbar lautem fernsehgedröhne vor allem ein tiefes husten heraus, sodass wir gar nicht wissen, ob er nun überhaupt gefeiert hat, denn er war echt krank.
wir verbrachten den tag zu hause, am morgen die marktrunde und dann suppe kochen. während die suppe kochte staubsaugte die lustige frau und ich putzte irgendwann fenster, denn es kam so viel licht in die wohnung, dass man alles möglich an makeln ausmachen konnte – staub und dreck und eben wirklich schmutzige fenster. der nachteil des stadtbewohnens…der regen bringt halt oft einfach viel dreck mit sich und das bleibt dann auf den fenstern. wobei ich sagen muss, dass es in meinem büro noch viel schlimmer ist – dort werden einmal im jahr die fenster geputzt, und zwar vor wintersemesterbeginn, was zur folge hat, dass die fenster eine woche sauber sind, und dann kommt der regen. tja. wenn jetzt die sonne in mein fenster scheint, kann ich kaum das gebäude gegenüber sehen, weil der dreck alles wegreflektiert.

samstagabend waren wir also entsprechend an der küste, kuckten uns durch dvd reste und hatten danach einen beeindruckenden sternenhimmel direkt überm bett. für den nächsten tag hatten wir ausufernde gartenarbeiten geplant, und das wetter sollte sich wohl auch entsprechend halten.

wochenrückblick

Februar 9, 2015

am sonntag gab es mal wieder ein geschenk aus dem geschenkkalender der hochzeit: wir waren bei unserem zeremonienmeister zum gabelfrühstück geladen. sein dänischer mann, der uns die blumen gemacht hat und die fahrräder geschmückt hat, war ebenfalls dabei, und wir verbrachten knapp vier stunden bei sehr leckerem essen und sehr netter unterhaltung. das essen war dänisch-inspiriert, was bedeutet, dass es verschiedene eingelegte heringe gab, lachs, krabben und kleine fischfrikadellchen. dazu remoulade und rote beeten. für den nächsten gang gab es hühnersalat, schweineleberpaste, speck und eine pate. gebacken hatte er außerdem roggenbrot, laugenbrötchen und brioche.

es ging uns wirklich gut.

zum abschluss gab es eine kleine käseauswahl und creme brulee.

am frühen nachmittag rollten wir also wieder nach hause, machten den kachelofen an und verbrachten den sonntag auf der couch. am abend gab es noch ein bisschen obst und eine handvoll chips und das war es dann mit essen.

montag gab es mejadra. es ist immer recht aufwändig, weil die zwiebeln geschnitten und frittiert werden müssen, aber es lohnt sich so sehr, weil es so wahnsinnig lecker ist.

in der arbeit habe ich zuerst meinen neuen arbeitsvertrag für das sabbatical unterschrieben und dann wieder ein paar steine in den weg gelegt bekommen. das arbeitsrecht ist oft so ungerecht den geregelten arbeitsabläufen usw gegenüber, dass es zum schreien ist. ebenfalls zum schreien sind geldvergabeprozesse, die sich über raum-zeit-kontinuum hinwegsetzen und behaupten können, dass man finanzspritzen schon vor einem halben jahr bekommen hat, dieses geld ja aber noch gar nicht ausgegeben hat, und es deshalb jetzt gestrichen bekommt. sowas hatte ich mir zu beginn dieser karriere nicht so vorgestellt.

dienstag roch es noch stark nach frittierten zwiebeln. sowohl zu hause, als auch im büro, wohin ich ja meine jacke mitnehme. und die hatte den geruch, nun, man kann es sich vorstellen.

da wir vergessen hatten, ein steak aus dem freezer zu holen, gab es am abend pasta mit anchovis, kapern, chili und knoblauch nach der fantastischen rachel eats, ein steter quell der freude und eine hervorragende erweiterung der heimischen küche. ich habe noch nicht eine sache nachgekocht, die a) nicht funktioniert hätte oder b) nicht geschmeckt hätte. sehr lecker.
wir unterhielten uns zu hause über die gute alte zeit (word perfect. hast du mit word perfect gearbeitet?) und darüber, wie wohl das textverarbeitungsprogramm auf dem 486 oder dem 386er hieß. ich war ja quasi late adopter von diesen ganzen computer dingen. ich war erst 1996 in diesem internet, welches mir meine uni damals zur verfügung stellte. grüner, blinkender cursor und so. den großteil meiner hausaufgaben gab ich handschriftlich ab und die hausarbeiten schrieb ich im universitären rechenzentrum. das war mir aber bald zu doof und ich kaufte mir einen eigenen computer mit drucker (denn das drucken war immer das problem im rechenzentrum). dieser computer hatte dann auch bald ein modem (und das rechenzentrum hatte 3 telefonnummern, die man mit dem modem anrufen konnte) und ich erinnere mich, wie ich morgens aufstand, den rechner anschaltete und erstmal duschen ging, mir – glaube ich – einen kaffee oder tee machte, und wenn ich dann wieder in meinem zimmer war, war der pc gerade hochgefahren.
nach meinem ersten pc legte ich mir dann 1999 ein blueberry ibook zu und blickte nie wieder zurück auf pcs.

mittwochabend dann steak mit pakchoi und pilzen. der tag war wunderbar sonnig, zwischenzeitlich musste ich sogar die jalousien runtermachen, damit ich arbeiten konnte. außerdem ist es inzwischen schon wieder recht lange hell. ich ging etwas früher nach hause, arbeitete dort noch ein wenig weiter und genoss das zu hause sein mit einem schönen tee und der untergehenden sonne. der himmel changierte zwischen verschiedenen lila und blautönen auf der einen seite des hauses und tischte auf der anderen seite orange wölkchen mit silver linings auf. sehr sehr schön und wieder zeigt mir der blick auf den himmel, dass der rückzug in den norden eine der besseren ideen in meinem leben war.

am abend dann ein paar folgen good wife und rotwein dazu (wenn die immer trinkt, dann muss ich mitmachen!).

donnerstagabend rumfort-ofengemüse. unser ’stamm-gemüsestand’ macht betriebsferien und deshalb muss man für zwei wochen an anderen ständen des wochenmarktes einkaufen. das geht schon recht gut, aber es geht im sommer deutlich besser, weil einfach mehr produkte auch aus der region zur auswahl stehen. die am fremdstand gekauften gemüse waren durch die bank schrumpelig und machen einfach keine lust auf weitere einkäufe an den anderen ständen. das ist uns im letzten jahr schon aufgefallen und in diesem jahr bestätigt es sich. das ist eigentlich schade, aber so isses wohl.

in der arbeit die projektphase beendet mit ausführlicher feedbackrunde an die lieben kleinen. dabei drei mal die ohren langgezogen und erklärt, wie teilnahme funktioniert und wie nicht (nur nach punkten auswählen und zeit absitzen). es gibt halt wirklich so’ne und so’ne.
den abend mit der timeline verbracht und recht früh in tiefen schlaf gefallen.

am freitag gab es dann den rest des wirsings, der seit gut 10 tagen auf dem wintergarten liegt. und zwar als wirsing parmesan suppe nach ottolenghi ausm guardian. man muss mal was zu wirsing sagen, der ähnlich polarisiert wie rosenkohl (der einfach nur abscheulich ist, das wissen wir ja). wirsing kann nett sein (in besagtem salat z.b.) aber meistens ist er eher penetrant und vor allem, und das ist das eigentlich schlimme dran: er ist immer zuviel. so ein wirsingkopf bringt mehrere kilo auf die waage. egal, wie klein man versucht ihn zu kaufen (die probleme gestalten sich also recht ähnlich zu denen des rotkohls. nur das der rotkohl insgesamt durch seinen frischeren geschmack eine bessere street cred hat und das man aus rotkohl halt auch einfach klassisch gekochten rotkohl machen kann und dann reicht ein solcher kopf so grade eben.). am gemüsestand des vertrauens bekommt man manchmal auch nur die hälfte eines kopfes – sofern man die richtige marktfrau erwischt. aber selbst dann hat man von so einem wirsing echt lange was. ich googelte also lange vor mich hin, um etwas zu finden, was der lustigen frau vermutlich auch schmecken würde, denn wegwerfen wollte ich den wirsing auch nicht. dann also als suppe mit parmesan drüber. kann eigentlich nicht schief gehen.

wir haben es dann auch gegessen, ich mehr als sie, und dann kam das vernichtende, und noch nie zuvor gehörte urteil – musste nicht wieder machen.

ja. so war das mit dem wirsing.

nach dem eher enttäuschenden essen saßen wir mit der GLS Bank Bloggerlesung zusammen auf der couch und amüsierten uns.

samstag wurde die essensplanung ein bisschen durcheinander geworfen. geplant war das alljährliche kartenspielen an der küste mit den dortigen nachbarn und übernachbarn. dieses jahr außer der reihe bei den übernachbarn (es ist eine lange geschichte). es gibt jedes jahr gebackene champignons in so einer creme fine soße mit käse überbacken (sehr, sehr fett aber eine gute grundlage für die großen mengen alkohol), und wir sind wie jedes jahr mit der aufgabe betraut, brot mitzubringen (da kann man nicht viel falsch machen, denken die sich wohl. kann man aber. z.b. kein brot mitbringen, wie vor drei jahren). also kauften wir auf dem markt am morgen eine größere menge stangenbrote etc und gingen dann zum rudern (im regen. zum mannschaft ausprobieren. lief gut, war aber eher üsselich). nach dem rudern dann der anruf von der küste – die eine familie laborierte in der vergangenen woche an verschiedenen stufen der grippewelle und die andere familie hatte leichtes fieber. es wurde noch diskutiert, das kartenspielen dann in der fieberfreien familie durchzuführen, aber die im hintergrund hustenden kinder brachten mich sehr schnell davon ab. also blieben wir zu hause und holten aus der stadt verschiedene dinge fürs brot dazu, vercheckten zwei der brote bei einer freundin und verbrachten den abend auf der couch. zuerst edukativ mit der feuerzangenbowle (die lustige frau nutzt seit einigen jahren bereits den spruch: nur einen wööönzigen schlock! und weiß gar nicht, woher das kommt!) und danach mit weiteren folgen von the good wife.

der ofen bollerte leise vor sich hin und nach der eigentlich ganz schönen anstrengung des ruderns war es wirklich sehr schön, einfach zu hause abzuhängen.


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